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Biblische Worte Von Georg Magirius

Gute Wünsche fürs neue Jahr

Wilfried Giesers/pixelioDer Zuspruch der Bibel als Kompass für 2016.

»Wird's besser? Wird's schlimmer?, fragt man alljährlich.« So dichtet Erich Kästner. Wünsche sind eine Möglichkeit, nicht dem Schlechteren, sondern dem Guten eine Chance zu geben. Diese Seite steckt voll guter Wünsche. Sie wurzeln in dem Buch der Bücher, der Bibel.

Warum können Wünsche tief berühren? Es hat mit der Kraft der Bilder zu tun. Mich zumindest rührt das Bild der Bibel von den Engeln an, denen Gott befohlen hat, uns Menschen zu behüten. Streng genommen müsste ich als moderner Zeitgenosse immun gegenüber Engeln sein. So schritte ich mit nichts anderem als Vernunft durchs Leben. Und wäre wunschlos unglücklich.

Nein, lieber zähle ich mich zu den Glücklichen, weil ich noch Wünsche habe und an Bildern hänge wie diesem: Einer Braut kann es geschehen, auf Händen getragen zu werden. Am Hochzeitstag wird sie über die Türschwelle getragen. Aber ein ganzes Leben kann selbst der stärkste Bräutigam der Welt die Braut nicht tragen.

Wohl dem, der sich auf das Heer der himmlischen Heerscharen verlassen kann, dessen Größe die Bibel einmal mit Tausend mal Tausend beziffert hat. Da wird schon ein Engel aufzutreiben sein, der trägt. Besonders schön: Der Wunsch vergisst das Winzige nicht. Der Fuß soll nicht an einen Stein stoßen. Wer schon einmal mit dem Zeh gegen einen Stein gestoßen ist, wird darüber nicht lachen, sondern sich freuen.

All die Arbeit!«, stöhne ich. Manchmal wird es zu viel. Dann sehnt man sich nach einer Unterbrechung. Befinde ich mich allerdings in Ruhe, geht das Spiel häufig von vorne los – mit umgekehrten Vorzeichen: »Warum schreibt denn niemand? Wann kommt der nächste Auftrag?«

Wenn einem alles zu viel oder zu wenig erscheint, kann es helfen, nach dem rechten Maß zu suchen. Mir hilft etwas anderes: ein biblischer Rat. Er versucht erst gar nicht, so zu tun, als ob sich das Leben ohne Schweiß durchwandern ließe. Zu leben tut zuweilen weh. Dieser Realismus befreit davon, sich permanent im Gleichgewicht fühlen zu müssen.

Die Bibel zeigt außerdem, wie sehr das Arbeiten befriedigen kann. Da geht es nicht um die Höhe des Einkommens, um Erfolg und Anerkennung. Stattdessen sagt mir dieser Wunsch: Achte darauf, ins Schwitzen zu kommen. Konzentriere dich immer wieder einmal auf etwas, bei dem du ohne angezogene Handbremse tätig bist. Verausgabe dich!

Auch Ruheständler können schwitzen, sich voller Eifer auf eine Sache konzentrieren. Und Babys kommen außer Atem, wenn sie üben, sich vom Rücken auf den Bauch zu drehen. All das erschöpft auf gute Weise.

Ein Leben ohne Angst ist möglich«, sagen manche Motivationstrainer und jagen damit nicht wenigen einen gehörigen Schrecken ein. Bei mir zumindest steigt die Unruhe, weil ich an Ereignisse denken muss, bei denen ich Angst hatte. Da beruhigt mich der unaufgeregte Befund Jesu: »In der Welt habt ihr Angst.« Gleich komme ich mir passabel vor. Ich bin also kein Sonderfall, weil es in der Welt normal ist, Angst zu haben.

Das lässt sich eindrücklich an Kindern beobachten. Ihnen die Angst austreiben zu wollen, wäre wahnhaft. Sie ist einfach da, widerspricht aber deswegen noch lange nicht ihrer Entdeckerlust. Das gilt nicht allein für Kinder. Menschen brechen auf, gehen in die Welt hinaus. Und fürchten sich doch vor Abschied, Einsamkeit und dass im Dunkeln kein Licht sein könnte. Die Lähmung gehört dazu, sagt Jesus. Sie ist aber nicht alles, weil er die Welt überwunden hat.

Georg Magirius: »Gute Wünsche aus der Bibel«; Herder Verlag 2016; 64 Seiten; 10 Euro. Erscheint im Februar.

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