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Parade und Gottesdienst zum Christopher Street Day

Gemeinsam für die Vielfalt: der Stellvertretende Dekan von Darmstadt-Stadt, Dr. Raimund Wirth (vorn links), der Vorsitzende der Ev. Jugendvertretung Darmstadt, Philipp Wagner (vorn 4.v.l.), Stadtjugendreferentin Eltje Reiners (vorn rechts) sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter aus Darmstadt-Stadt und Darmstadt-Land

Die Evangelische Jugend aus Darmstadt-Stadt und Darmstadt-Land war beim Christopher Street Day vertreten. Unter dem Motto "Trau Dich, mit wem Du willst, #trauungfüralle" nahm sie mit eigenem Wagen bereits zum zweiten Mal teil. Am Vorabend fand erstmals ein Gottesdienst zum CSD statt, bei dem auch Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse und Dekan Dr. Christoph Klock mitwirkten.

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„Trau Dich, mit wem Du willst“
Evangelische Jugend zum zweitem Mal beim Christopher Street Day dabei

Mit rund 30 Teilnehmer*innen war die Evangelische Jugend aus den Dekanaten Darmstadt-Stadt und Darmstadt-Land bei der Demo-Parade beim Christopher Street Day in Darmstadt vertreten. Unter dem Motto "Trau Dich, mit wem Du willst, #trauungfüralle" nahmen sie mit eigenem Wagen an dem Umzug durch die Darmstädter Innenstadt teil. Start war am Karolinenplatz (Bild). Hier informierten auch der Stabsbereich Chancengleichheit der EKHN gemeinsam mit der Darmstädter Regionalgruppe der HuK (Homosexuelle und Kirche) an einem Stand. „Ich bin froh, dass meine Kirche keinen Unterschied macht gegenüber verschiedenen Lebenseinstellungen“, sagt Philipp Wagner, Vorsitzender der Evangelischen Jugendvertretung Darmstadt, „und dass hier Jugendliche und Erwachsene an einem Strang ziehen.“

Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse und der Dekanatssynodalvorstand unterstützen die Teilnahme der Jugend und sprechen sich für Toleranz und Vielfalt in Kirche und Gesellschaft aus. „Wir wollen, dass Menschen in ihrer Vielfalt wahrgenommen werden, weil jeder Mensch einzigartig ist und die Gottesebenbildlichkeit jedem gleichberechtigt gilt“, sagt Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse, „wir setzen uns gegen Diskriminierung aufgrund von Geschlecht und sexueller Orientierung, genauso wie von Herkunft, Religion oder sozialen Verhältnissen ein.“

"Gott liebt dich so wie du bist"
Gottesdienst am Vorabend des CSD in der Martinskirche

Während die Evangelische Jugend in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal beim CSD dabei war, gab es auch eine Premiere: Erstmals fand ein Gottesdienst am Vorabend des Christopher Street Day in Darmstadt statt. Unter dem Motto „Zusammen. Vielfältig. Solidarisch“ wurde er ökumenisch in der Evangelischen Martinskirche gefeiert. Rund 100 Gäste waren zu dem interaktiven Gottesdienst gekommen. Kirchenschiff und Chorraum zierten Fahnen und Stoffbahnen in Regenbogenfarben.

Nachdem die Darmstädter Regionalgruppe der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e. V. in den vergangenen Jahren öfters mit einem Stand beim CSD-Sommerfest auf dem Riegerplatz vertreten war – in den letzten beiden Jahren unterstützt durch den Bereich Chancengleichheit der Evangelischen Kirche – entstand die Idee, am Vorabend des Darmstädter CSD einen Gottesdienst zu feiern, zu dem alle Interessierten eingeladen sind. Veranstaltende waren die evangelische, katholische und alt-katholische Kirche,, die Darmstädter Regionalgruppe der HuK und der Verein "Vielbunt".

„Du bist keine Laune der Natur – Gott liebt dich so, wie du bist“ war die zentrale Aussage des Gottesdienstes, den Mitglieder der HuK und Vertreter*innen der Evangelischen Kirche, der Alt-Katholischen Kirche und der Katholischen Kirche gestaltet haben. Durch den Gottesdienst mit vielen Mitwirkenden führte Pfarrer Frank Briesemeister von der Martin-Luther-Gemeinde. "Es ist die Liebe, die nicht trennt, verurteilt oder abstempelt", so Briesemeister, "und die Liebe hat einen Namen: Gott." Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse vom Evangelischen Dekanat Darmstadt-Stadt und Dekan Dr. Christoph Klock vom Katholischen Dekanat Darmstadt sprachen den Segen.

Wichtig war den Organisierenden zu zeigen, dass sich queeres Leben und christlicher Glaube keineswegs ausschließen. In diesem „etwas anderen“ Gottesdienst wurde dies mit Lebenszeugnissen und der Möglichkeit zu Gebet, persönlicher Segnung, Kerze anzünden und einer Ausstellung umgesetzt. Beate Leisner bereicherte den Gottesdienst mit ihrem beeindruckenden Gesang. Bei Pop-Klassikern wie "We are family" oder "I am what I am" sang die CSD-Gottesdienst-Gemeinde fröhlich mit. Im Anschluss war im Kirchgarten bei einem Umtrunk Gelegenheit zu Gespräch und Begegnung.

Hintergrund:
Bereits 17 Jahre lang war in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare möglich. Seit diesem Jahr ist diese wie auch im staatlichen Recht der Trauung heterosexueller Paare gleichgestellt und heißt auch so. Das hat die EKHN-Synode im vorigen Herbst beschlossen und ihre „Lebensordnung“ entsprechend revidiert. Der Bundestag hatte 2017 das „Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts“ verabschiedet.

Die EKHN hat zudem auf Anregung der Evangelischen Jugend in Hessen und Nassau (EJHN) 2018 eine Handreichung zu Transsexualität unter dem Titel „Zum Bilde Gottes“ herausgegeben, um für das Thema sensibel zu machen und für die Anliegen transsexueller Menschen in und außerhalb der Kirche einzutreten. Die Jugendlichen verteilten die Broschüre auch bei der CSD-Demo-Parade in Darmstadt.

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