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Pfarrerin Heike Corell wird am 30.10. in der Christuskirche ordiniert

Mit einer „Kombistelle“ für beide Binger Gemeinden zuständig

H.WiegersFühlt sich sichtlich wohl am Rhein-Nahe-Eck: Heike Corell, seit Oktober 2021 Pfarrerin in der Binger Christus- und Johanneskirchengemeinde

Am 30. Oktober 2021 wird Heike Corell in der Binger Christuskirche zur Pfarrerin ordiniert. Das Novum: Sie übernimmt eine Kombistelle bestehend aus je einer halben Pfarrstelle in der Binger Christus- und Johanneskirchengemeinde.

Sie gehört zu der Generation von Vikarinnen und Vikaren in der Evangelischen Landeskirche Hessen und Nassau (EKHN), deren praktische Ausbildungszeit zur Pfarrerin bzw. zum Pfarrer durch Corona ganz anders verlaufen ist, als gedacht. Zwar bot der Lockdown so manche Chance, etwas auszuprobieren – so wirkte Heike Corell bei Online-Andachten und -Gottesdiensten mit und verkündete die Weihnachtsgeschichte sogar aus einem Feuerwehrauto heraus – trotzdem war der Kontakt zu ihrer Vikariatsgemeinde Gensingen-Grolsheim lange nur eingeschränkt möglich.

Binger Gemeinden können eine gute Seelsorgerin begrüßen

Dabei ist Heike Corell, die am 30. Oktober 2021 in der Binger Christuskirche zur Pfarrerin ordiniert wird, ein sehr kommunikativer Mensch. Sie kann gut zuhören, nimmt ihr Gegenüber mit seinen Anliegen und Sorgen aufmerksam und hilfsbereit wahr. Und so zeichnet sich jetzt schon ab, dass die Gemeindemitglieder der Binger Johannes- und Christuskirchengemeinde am 30. Oktober in Heike Corell eine gute Seelsorgerin begrüßen können.

Elf Jahre Berufserfahrung als Mathe- und Religionslehrerin

Dass die junge Frau gut mit Menschen umgehen kann, hat sich schon vor ihrem Theologiestudium abgezeichnet, denn die gebürtige Rheinhessin arbeitete schon elf Jahre lang als Mathe- und Religionslehrerin. Keine schlechte Voraussetzung für den Pfarrer:innenberuf. Und eigentlich wäre Heike Corell gerne Lehrerin geblieben, denn sie hatte als Pädagogin ein gutes Händchen. Sowohl die Schülerschaft als auch das Kollegium der Gesamtschule im hessischen Eppstein ließen sie nur ungern ziehen. Aber ihre Leidenschaft für die Theologie war stärker. In ihrer Heimatgemeinde in Gundersheim hatte Heike Corell zunächst eine gute Kinder- und Jugendarbeit erlebt, später häufig Konfi-Freizeiten begleitet und selbst eine Jungschar-Gruppe geleitet. Später – sie war schon Lehrerin – machte sie eine Ausbildung zur Prädikantin im Dekanat Alzey.

Gitarre- und Ukulele-Spielen in der Freizeit

Ihr Glaube trägt Heike Corell – trug sie schon durch ihr Theologiestudium, das sie parallel zu ihrer Berufstätigkeit absolvierte. Und da war es gut, dass sie auch eine mathematische, gut strukturierte Seite hat, die sie das große Lernpensum gut bewältigen ließ. Was aber zu kurz kam, war die Freizeit, der gesellige Ausgleich und als dafür im Vikariat mehr Zeit war, weil sie sich nun klar für den Pfarrberuf entschieden hatte, kam Corona. Keine abendlichen Gesellschaftsspiele mit Freund:innen und Kolleg:innen waren möglich, keine Chorproben (denn Heike Corell singt gern und gut) und die kleine Ukulele, die sich die Gitarrenspielerin hoffnungsvoll zugelegt hatte, blieb ungenutzt im Schrank.

Der Glaube gibt ihr Kraft und Selbstvertrauen

Ob sie als Berufsanfängerin viel Zeit dafür haben wird, ist allerdings zweifelhaft. Denn jetzt heißt es hier erst einmal, Kontakte knüpfen und sich auf die Bedürfnisse der Binger Christus- und Johannesgemeinde einstellen. Schließlich hat sie eine „Kombistelle“ inne. „Und das“, sagt sie, „ist etwas Neues hier in Bingen, denn vorher waren die beiden halben Stellen in den Gemeinden mit verschiedenen Pfarrpersonen besetzt. Außerdem muss ich ein Gespür dafür bekommen, was möglich ist“. Die umsichtige junge Frau freut sich schon auf die Zusammenarbeit mit ihren Kolleg:innen, „denn im Team werde ich kreativer.“ Ihr Glaube macht sie dabei zuversichtlich: „Er gibt mir“, erklärt Heike Corell, „Kraft und auch das Vertrauen, dass ich auch vieles in Gottes Hände legen kann. Das ist entlastend.“

Ein Fan der Psalmen und Kirchenlieder

Kraft schöpft die Theologin besonders aus der Lektüre der biblischen Psalmen. „Psalmen“, erklärt sie, „sind Lieder, die Gott als Gesprächspartner haben. Es gibt sie in ganz verschiedenen Stimmungslagen wie klagend, fröhlich oder dankbar. Da ist so viel vereint und es kommen Gefühle auf, die uns heute auch noch sehr bewegen.“ Auch Kirchenlieder, von denen sie viele auswendig kennt, liegen Heike Corell besonders am Herzen. Und in manchen Situationen, wie neulich als sie im Rahmen ihres Spezialvikariats im Bereich Krankenhausseelsorge an den Unikliniken Mainz, am Bett eines im Koma liegenden Schwerkranken stand, der einzige Weg zu kommunizieren. „Manchmal“, ist die junge Pfarrerin überzeugt, „kann man sich Worte leihen, wenn einem die eigenen Worte fehlen, ob bei den Psalmen oder bei Liedern“. Kein Wunder, dass Heike Corell, sich durchaus vorstellen könnte, auch mal eine Psalmenwanderung zu veranstalten. Aber zunächst muss sie in Bingen erst einmal ein Netzwerk aufbauen, sich in den Seniorenheimen vorstellen, die zu ihren Aufgabenbereichen gehören. Und vielleicht, ja vielleicht bleibt ihr auch genügend Freizeit, um endlich die kleine Ukulele aus ihrem dunklen Schrankdasein zu erlösen und erste Fortschritte beim Spielen dieses außergewöhnlichen Instrumentes zu machen.

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