Menümobile menu
Info

39 Jahre Dienst im Dekanat Kronberg

Pfarrerehepaar Ihrig wird in den Ruhestand verabschiedet

Nora HechlerPfarrerin Birgitt Ihrig und Pfarrer Reinhold Ihrig werden im Rahmen eines Gottesdienstes am 13. Oktober 2019 um 14 Uhr durch Propst Oliver Albrecht in den Ruhestand verabschiedet.Das Pfarrerehepaar Ihrig

Pfarrerin Birgitt Ihrig und Pfarrer Reinhold Ihrig werden im Rahmen eines Gottesdienstes am 13. Oktober 2019 um 14 Uhr in der Evangelischen Kirche in Eschborn durch Propst Oliver Albrecht in den Ruhestand verabschiedet. Die Kirchengemeinde Eschborn verlassen sie Ende September.

Sie lernten sich während des Theologiestudiums in Wuppertal kennen und heirateten, absolvierten zusammen ihr Vikariat in Dillenburg und hatten gemeinsam ihre erste Pfarrstelle in Diedenbergen inne, wo sie 23 Jahre blieben, bevor sie vor 16 Jahren nach Eschborn wechselten. Seit 39 Jahren sind sie im Dekanat Kronberg tätig, „damals waren wir die jüngsten Pfarrer hier“, schmunzelt Birgitt Ihrig.

Die gebürtige Westphälin und der Hesse haben die Wahl des Pfarrberufs bis heute nicht bereut: „Es ist der schönste Beruf, den wir uns denken können“, sind sie sich einig. „Das ganze Leben von der Wiege bis zu Bahre zu begleiten, ist faszinierend weil man so die ganze Bandbreite des Lebens kennen lernt“, so Birgitt Ihrig. Auch wenn die Termine manchmal sehr eng getaktet seien und man schnell umschalten müsse, zum Beispiel zwischen einer Beerdigung und einem Taufgespräch. „Aus den vielen Begegnungen und Geschichten, die wir erzählt bekommen, kann man sehr viel lernen und es ist sehr schön, das Vertrauen der Menschen in den Seelsorgegesprächen zu erleben“, erzählt Reinhold Ihrig. „Aber es ist schon manchmal nervig, wenn man so mitten im Gemeindezentrum wohnt und jederzeit irgendwer klingelt“, ergänzt er.

Mit diesem Abschied aus der Kirchengemeinde legen beide ihre berufliche Perspektive quasi „ad acta“. Das merken sie gerade sprichwörtlich beim Aussortieren der vielen alten Unterlagen im Pfarrhaus. Einen Trost sieht Birgitt Ihrig darin, dass sie weiter predigen und Kasualien durchführen darf. In der Anfangsphase des Ruhestands wollen beide zunächst Abstand gewinnen und ein Jahr komplett Pause machen. „Wir müssen erst einmal für uns als Ehepaar klar kriegen, was Ruhestand heißt. Wir haben so viel Privates vor, viele Reisen haben wir bisher aufgeschoben. Als Hobby habe ich mir außerdem eine Schreinerwerkstatt gekauft“, erzählt Reinhold Ihrig. Die soll in Diedenbergen zum Einsatz kommen, wo sie gerade dabei sind, eine Scheune für sich auszubauen. Generell freuen sie sich schon darauf, im Ruhestand mehr als bisher für ihre fünf Enkel da sein zu können.

Besonders stolz sind sie auf „ihr“ lebendiges Gemeindehaus in Eschborn, das seit inzwischen mehr als zehn Jahren ein Mehrgenerationenhaus ist. Dieses Projekt haben sie federführend vorangetrieben. „Mit der Idee des Mehrgenerationenhauses haben wir die Gemeinde geöffnet. Diakoniestation und Altentagesstätte mit Gruppenangeboten waren damals schon wichtige Standbeine der Kirchengemeinde“, erklärt Birgitt Ihrig. „Damals haben wir die Ausschreibung für die ersten Mehrgenerationenhäuser im Internet gesehen“, fährt Reinhold Ihrig fort, „Zwei unserer Töchter haben an dem Konzept mitgeschrieben, und durch die Partnerschaft mit der Familienbildung war es dann möglich, das erste Mehrgenerationenhaus dieser Art im Main-Taunus-Kreis umzusetzen. Auf diese Weise bekamen auch viele Ehrenamtliche eine neue Aufgabe.“ Birgitt Ihrig erzählt weiter: „Im Schnitt wechselt in Eschborn statistisch alle drei Jahre die Bevölkerung einmal komplett durch – gleichzeitig gibt es hier diese alte Kirchengemeinde. Da fanden wir das Konzept des Mehrgenerationenhauses sehr passend. Zumal es hier überdurchschnittlich viele Familien und Menschen aus vielen Nationen gibt, die nicht lange hier wohnen, aber sich einbringen wollen. Dafür ist das Mehrgenerationenhaus offen.“ Der Kirchenvorstand habe das Projekt Mehrgenerationenhaus gerne mitgetragen. „Das gemeinsame Tun mit dem Kirchenvorstand und den Mitarbeitenden war uns wichtig Darüber hinaus sind wir ein eingespieltes Team – gleichwertig mit unseren Macken und Stärken“, ergänzt sie. Da es in der Kirchengemeinde Eschborn ungewöhnlich viele Hauptamtliche gebe, sei die Zusammenarbeit im Team entscheidend. So haben Ihrigs neue Gottesdienstformen mit Erfolg in der Gemeinde eingeführt – unter anderem einmal im Monat einen Familiengottesdienst mit anschließendem Mittagessen.

Sowohl Birgitt als auch Reinhold Ihrig waren neben der Gemeindetätigkeit im Dekanat aktiv. Birgitt Ihrig war von 1992 bis 2001 stellvertretende Dekanin, Reinhold Ihrig folgte ihr für 18 Jahre als stellvertretender Dekan. Birgitt Ihrig war zusätzlich als Gemeindeberaterin tätig. Mit viel Freude haben beide Theologiestudenten, Praktikanten und sechs Vikare und angehende Prädikanten in das Berufsleben begleitet.

Keine Kommentare zu diesem Artikel
to top