Personalie
Abschied nach 29 Jahren: Pfarrerin Denise Wenz geht in den Ruhestand
© Michael Ränker
Pfarrerin Denise Wenz, Seelsorgerin der Evangelischen Kirchengemeinde Fürth im Odenwald, wird am 15. Februar in den Ruhestand verabschiedet.
27.01.2026
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Sie ist seit 29 Jahren Pfarrerin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Am 15. Februar wird Denise Wenz nun von ihrer Aufgabe als Seelsorgerin der Evangelischen Kirchengemeinde Fürth im Odenwald entpflichtet und zum 1. März dieses Jahres in den Ruhestand verabschiedet. Dies geschieht im Rahmen eines Gottesdienstes, der von Pfarrer Stephan Arras, Propst der Propstei Starkenburg, und Pfarrerin Silke Bienhaus, stellvertretende Dekanin des Evangelischen Dekanats Bergstraße, gestaltet wird und zu dem der Kirchenvorstand unter der Leitung der stellvertretenden Kirchenvorstandsvorsitzenden Stephanie Schünemann einlädt. Der Gottesdienst beginnt um 14 Uhr in der Evangelischen Kirche; ein Empfang im benachbarten Gemeindehaus schließt sich an.
Die scheidende Seelsorgerin ist sozusagen ein „Kind der Region“: Sie wurde in Worms geboren und ist dort aufgewachsen. Der Pfarrerinnenberuf war Denise Wenz nicht in die vielzitierte Wiege gelegt, wenngleich sie bereits als Teenagerin dem Kindergottesdienst-Team der Wormser Magnusgemeinde angehörte und sich bei der Evangelischen Stadtmission engagierte. Nach dem Abitur begann sie in Göttingen aber zunächst ein Studium der Biochemie, musste jedoch schon in den ersten Semestern feststellen: „Die Laborarbeit lag mir gar nicht, ich wollte mein Berufsleben schließlich nicht zwischen Reagenzgläsern verbringen.“
Was hält die Welt im Innersten zusammen?
Dabei hatte sie das naturwissenschaftliche Studium eigentlich ergriffen, „weil ich verstehen wollte, was die Welt in ihrem Innersten zusammenhält“. Doch nach der ernüchternden Erfahrung im Labor entschied sich die gläubige junge Frau für ein Theologiestudium. Dieses begann sie ebenfalls in Göttingen, setzte es dann jedoch in Heidelberg fort, wo sie zusätzlich Diakoniewissenschaften studierte. In Heidelberg lernte sie auch ihren Ehemann kennen, der dort Jura studierte und mit dem Denise Wenz zwei mittlerweile erwachsene Söhne hat.
Zur Generation der „Babyboomer“ gehörend, musste Frau Wenz nach dem Ersten Theologischen Examen eine Wartezeit bis zu ihrem Lehrvikariat überbrücken: Beim „Fire Department“ der US-Streitkräfte in Heidelberg arbeitete die Theologin als Brandmeisterin. Das Lehrvikariat verbrachte die angehende Pfarrerin anschließend in der Evangelischen Kirchengemeinde Affolterbach. Auf das Zweite Theologische Examen folgte das Spezialvikariat in der Krankenhausseelsorge am Kreiskrankenhaus Heppenheim.
Vom Ried in den Odenwald
Die Ordination zur Pfarrerin erfolgte am 5. Januar 1997 in der Evangelischen Kirchengemeinde Nordheim. Bis zum Jahr 2000 war Denise Wenz mit der Verwaltung der Pfarrstelle in dem Bibliser Ortsteil im damals noch selbstständigen Dekanat Ried betraut.
Inhaberin der vollen Pfarrstelle in der Odenwaldgemeinde Fürth ist Denise Wenz seit November 2015. Sie arbeitet dort mit ihrer Kollegin Nina Nicklas-Bergmann zusammen, die jeweils mit halber Stelle Seelsorgerin in Fürth und in Lindenfels ist. Zuvor war Frau Wenz fünf Jahre lang Pfarrerin der Evangelischen Auferstehungsgemeinde Viernheim (2010 bis 2015) sowie – schon einmal – Pfarrerin in Fürth, nämlich acht Jahre lang von 2002 bis 2010.
Ausgleich beim Turniertanz
Die Versetzung in den Ruhestand geht bei Denise Wenz mit einem Wohnortwechsel einher. Sie wird ihren Lebensmittelpunkt ins pfälzische Weisenheim am Sand verlagern, wo sie gemeinsam mit ihrem Mann ein im Familienbesitz befindliches Winzerhaus hergerichtet hat. Ganz den Rücken kehren werden die Eheleute Wenz ihrer langjährigen Heimatkommune Fürth jedoch nicht, denn Horst Wenz führt dort nach wie vor seine Rechtsanwaltskanzlei. Mehr Zeit wollen sie künftig allerdings für ihre gemeinsame Leidenschaft haben, den Turniertanz: „Das ist für uns pure Lebensfreude und ein super Ausgleich.“
In der Rückschau erinnert sich Denise Wenz gern daran, „wie offen und unterstützend die Kirchengemeinde und die Fürther mich aufgenommen haben“. Für sie sei es immer wichtig gewesen, Neues ausprobieren zu können – „und das ohne Erwartungsdruck“. Manchmal habe sie sich „schier gewundert, wie bereitwillig alle sowohl in der kirchlichen als auch in der politischen Gemeinde mit angepackt haben“. Dafür sei sie „dankbar und froh“: „Ich fühlte mich durch diese Gemeinschaft im Glauben getragen.“
"Ich wollte mich nie verbiegen"
Dass die Corona-Zeit mit all ihren Beschränkungen für das Zusammenleben in der Kirchengemeinde für sie als Seelsorgerin eine ungemein herausfordernde Zeit gewesen sei, daraus will die scheidende Pfarrerin keinen Hehl machen. „Ich wollte mich nie verbiegen“, das hatte sich Denise Wenz schon als junge Frau vorgenommen. Aus ihrem Amt als Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Fürth scheide sie mit dem Wunsch, „dass die Gemeinde immer wieder Menschen finden und zusammenführen möge, die sie lebendig werden lassen – eben ein Haus aus lebendigen Steinen“. Zudem hofft sie, dass die ab dem 1. März vakante Pfarrstelle wiederbesetzt werden kann. Eine erste Ausschreibung war bedauerlicherweise nicht erfolgreich.
