Pröpstin für Oberhessen beendet Dienst in der EKHN und wechselt nach Karlruhe
Abschied von Dr. Anke Spory
Patricia Luft
Von links: Patricia Luft (Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Evangelisches Dekanat Gießener Land), Barbara Lang (Dekanin, Evangelisches Dekanat Gießener Land), Pröpstin Dr. Anke Spory (Propstei Oberhessen) und Susanne Koch (stellvertretende Präses und Kirchensynodale, Evangelisches Dekanat Gießener Land) bei der Verabschiedung in Frankfurt am Main.
26.01.2026
ast
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Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche und Gesellschaft nahmen an dem Abschied teil – darunter auch eine Delegation des Evangelischen Dekanats Gießener Land.
Dekanin Lang sprach im Gottesdienst ein Grußwort im Namen der Dekaninnen und Dekane Oberhessens und blickte darin dankbar auf die gemeinsame Zeit mit Anke Spory zurück.
Anke Spory war seit 2023 Pröpstin für Oberhessen mit Sitz in Gießen und damit die erste Frau an der Spitze der Propstei. Im Herbst vergangenen Jahres hatte sie angekündigt, ihr Leitungsamt aus persönlichen Gründen niederzulegen. Im Frühjahr 2026 wird sie eine neue Aufgabe als Leiterin des Personalreferats der badischen Landeskirche in Karlsruhe übernehmen.
In ihrem Grußwort erinnerte Dekanin Lang an den Beginn von Sporys Amtszeit, als die Dekaninnen und Dekane ihr symbolisch ein Fernglas schenkten – als Einladung, Oberhessen in seiner Vielfalt genau in den Blick zu nehmen. Diese Einladung habe Spory mit großem Engagement angenommen: Sie habe sich in kurzer Zeit einen differenzierten Überblick über die Propstei verschafft, viele Menschen persönlich kennengelernt und ihnen mit freundlichem Blick, ehrlichem Interesse und der Gabe, die richtigen Fragen zu stellen, zugewandt begegnet.
„Wertschätzung war bei ihr nie eine leere Worthülse“, so Barbara Lang. Vielmehr habe Spory es verstanden, Menschen und Situationen genau wahrzunehmen, das Besondere herauszustellen und zugleich größere Zusammenhänge sichtbar zu machen. Begegnungen – ob in Dekanatskonferenzen, Kirchenvorständen, Synoden oder Gesprächen mit Pfarrerinnen und Pfarrern am Beginn oder Ende ihres Dienstes – seien geprägt gewesen von Aufmerksamkeit, theologischem Tiefgang, Humor und einer entlastenden Gelassenheit.
Besonders prägend seien auch die gemeinsamen Visitationen gewesen, unter anderem im Dekanat Gießener Land und im Nachbardekanat Büdinger Land. Diese hätten sich zu „Entdeckungsreisen“ durch die kirchliche Landschaft entwickelt, bei denen kleine wie große „Blüten“ sichtbar geworden seien. Auch über Oberhessen hinaus habe Spory den Horizont geweitet, etwa durch gemeinsame Studienreisen der Dekaninnen und Dekane an Rhein und Ruhr sowie nach Litauen und Lettland.
In ihrer gemeinsamen Predigt in der Frankfurter Heiliggeistkirche nahmen Propst Albrecht und Pröpstin Spory das Thema Veränderung und Beständigkeit in den Blick. Für Albrecht gehörten Übergänge zum kirchlichen Leben. „Abschiedsschmerzen“ seien verständlich, dürfen jedoch kein Dauerzustand sein. Veränderungen seien auch für die Kirche notwendig. „Der Aufbruch ist nicht besser als das dableiben. Nur eben anders“, so Albrecht. Aufbrechen, aber auch Dableiben würden durch Gottes Segen verbunden.
Die hessen-nassauische Kirchenpräsidentin Christiane Tietz dankte in einem Gebet für den Dienst von Spory und Albrecht und würdigte ihr großes Engagement, ihre kirchenleitenden Impulse und ihre Fähigkeit, Menschen zu trösten und zur Hoffnung zu ermutigen.
Die stellvertretende Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf bezeichnete Anke Spory als eine „theologisch klare und menschlich zugewandte Leitungspersönlichkeit“, die ihr Amt konsequent vom kirchlichen Auftrag her verstanden habe. Spory habe ihren Dienst durch Sachklarheit, Präsenz und die Fähigkeit geprägt, Menschen zu stärken und Räume für Gaben zu eröffnen. Weit über die Propstei hinaus habe sie deutlich gemacht: Kirche ist keine Sonderwelt, sie steht mitten in der Gesellschaft.
Aus Sicht des Evangelischen Dekanats Gießener Land wird der Weggang von Anke Spory sehr bedauert. Zugleich blickt das Dekanat dankbar auf die gemeinsame Zeit zurück: auf Propsteitage in Laubach und Lich, auf Ordinationen und Verabschiedungen, auf eine gemeinsame Visitation sowie auf viele Begegnungen, die von Vertrauen, Klarheit und gegenseitiger Wertschätzung geprägt waren.
Zur Person: Anke Spory
1968 in Wiesbaden geboren, hat Anke Spory in Frankfurt und Heidelberg evangelische Theologie studiert und in Hamburg promoviert. Nach einem Vikariat in der Evangelischen Stadtkirchengemeinde in Darmstadt hat sie von 2000 bis 2002 in der Zentralen Personalentwicklung der Deutschen Bank AG gearbeitet, bevor sie als Pfarrvikarin in der Evangelischen Kirchengemeinde Friedberg eingesetzt wurde. Von 2011 bis 2020 war Spory als Pfarrerin in Bad Homburg Gonzenheim tätig und anschließend Geschäftsführende Pfarrerin der Evangelischen Studierendengemeinde Frankfurt. 2023 wurde sie zur Pröpstin in der hessen-nassauischen Kirche gewählt. Spory war Mitglied der Prüfungskommission für das Erste Theologische Examen in der EKHN, Mitglied im Rundfunkausschuss, sowie im Lenkungsausschuss des Geistlichen Zentrums Nieder-Weisel.





