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Komposition

Die Jahreslosung als Kanon

Dekanat

Für den Groß-Zimmerner Kirchenmusiker Ulrich Kuhn ist die Vertonung der Jahreslosung zur schönen Gewohnheit geworden. Mal fällt es schwerer, mal leichter.

Dekanat Vorderer OdenwaldDekanatskantor Ulrich Kuhn hat die Jahreslosung 2019 vertont - in zwei Varianten.

Ulrich Kuhn ist gewissermaßen in seinen Beruf hineingewachsen. Seine Mutter spielt Klavier, sein Vater leitete 40 Jahre lang den Posaunenchor und 30 Jahre den Kirchenchor im baden-württembergischen Bretten. Schon als Kind erlebte Ulrich Kuhn, wie wichtig es war, dass die jeweilige Jahreslosung als Kanon gesungen werden konnte. In der Württembergischen Landeskirche wurden die verschiedenen Kompositionen gesammelt.

Ulrich Kuhn selbst spielt seit jungen Jahren Orgel, Klavier und Trompete. Er studierte an der Hochschule für Kirchenmusik in Herford bei Bielefeld. Seit 1991 ist er im Beruf; erst im Kirchenkreis Herford, später in Oldenburg und seit 2003 als Kirchenmusiker im Evangelischen Dekanat Vorderer Odenwald. Die Vertonung der jeweiligen Jahreslosung ist für ihn zur schönen Gewohnheit geworden.

Die Jahreslosung gilt für viele Christen vor allem deutscher Sprache als Leitvers für das Jahr. Die Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB) wählt als Jahreslosung für jedes Jahr drei Jahre im Voraus einen Vers aus der Bibel aus. Seit 1930 wird die Jahreslosung veröffentlicht.

Meist bleibt es für Ulrich Kuhn nicht bei einer Komposition – in diesem Jahr sind es zwei, es waren aber auch schon mal acht. Am Anfang steht die Auseinandersetzung mit dem Text. Welche Gedanken und Bilder entstehen dazu? Welcher musikalische Charakter passt am besten? Um die passenden Noten auf Papier zu bekommen, braucht er oft nur wenige Minuten. „Für mich ist es wie eine Bastelarbeit“, sagt der Groß-Zimmerner schmunzelnd. Die große Kunst sei, eine Melodie zu gestalten, die auch bei Mehrstimmigkeit noch harmonisch klingt.

„Suche Frieden und jage ihm nach” (Psalm 34, 15) heißt die Jahreslosung in diesem Jahr. Für Ulrich Kuhn eine echte Herausforderung: „Noch nie habe ich mich so schwer getan”, sagt er. „Neun Silben sind einfach zu wenig!”

Zum Text passen muss der Kanon und praktikabel soll er sein, damit die Kirchenchöre ihn leicht einstudieren können. Ulrich Kuhn verwendet seine Kompositionen vor allem für den Hausgebrauch. Und in der Verwandtschaft. Ist er nicht beizeiten fertig, kam auch schon die Nachfrage seiner Mutter: „Hascht dieses Joahr koin Kanon g’macht?”

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