Eckhard Jung neuer Klinikseelsorger am Elisabethenstift

26.03.2025
ds_rk
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Menschen nahe sein in schwierigen Lebenssituationen
Pfarrer Eckhard Jung ist neu in der Klinikseelsorge am Elisabethenstift in Darmstadt
Er hat ein Ohr für Menschen in schwierigen Lebenssituationen: Der evangelische Pfarrer Eckhard Jung ist neuer Klinikseelsorger im Elisabethenstift in Darmstadt. Der Nachfolger von Pfarrerin Dr. Constanze Thierfelder übernimmt hier die Schwerpunkte Psychiatrie und Sucht. Keine einfache Materie, doch der Neunundfünfzigjährige bringt gutes Rüstzeug mit, war er doch zuvor mehr als 20 Jahre lang Pfarrer im Jugendstrafvollzug in Wiesbaden. Daher ist er mit diesen Themen eng vertraut.
Menschen nahe zu sein in kritischen Situationen, ist sein Anliegen und seine Aufgabe. Ging es im Gefängnis darum, Menschen auf ein straffreies Leben vorzubereiten, gehe es jetzt um Kranksein und Gesundwerden. „Es fällt mir leicht, auf Menschen zuzugehen“, sagt Eckhard Jung. Neu werde für ihn jedoch der Umgang mit Angehörigen sein, wie er sagt. In den ersten zwei Wochen hat Eckhard Jung bei seinen Kolleginnen und Kollegen im städtischen Klinikum hospitiert und auch schon das Alice-Hospital kennengelernt. Er müsse alle drei Häuser kennen, da er nun auch zur ökumenisch organisierten Rufbereitschaft in den Abendstunden und am Wochenende gehöre.
Im Elisabethenstift arbeitet er im Team mit der evangelischen Diakonin Ute Blum und dem katholischen Gemeindereferenten Markus Kiefer zusammen, genauso wie mit Pfarrerin Sylvia Richter vom Elisabethen-Hospiz. Er geht dahin, wohin er gerufen wird, schaut aber auch schon einmal „einfach so herein“ und bietet ein Gespräch an. Ein Bibelwort aus dem Römerbrief des Paulus begleitet ihn schon sein ganzes Pfarrerleben lang: „Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.“ Das habe für ihn etwas Tröstliches, denn „Leben und Sterben sind nah beieinander, beides liegt in derselben Hand“, so Jung.
Im Elisabethenstift sei er gleich freundlich aufgenommen worden, und er habe gespürt, dass hier die Seelsorge einen besonderen Stellenwert habe. „Ich freue mich, hier zu sein und den Schritt in einen neuen Bereich gemacht zu haben“, sagt Eckhard Jung. Veränderung setze immer auch neue Gedanken frei.
Eckhard Jung hat in Marburg und Heidelberg evangelische Theologie und Sozialpädagogik studiert. Nach dem Vikariat im Odenwald war er bereits ab 1995 in der Gefängnisseelsorge in Baden-Württemberg tätig, bevor er seine erste Gemeindepfarrstelle im hessischen Ried antrat. Anschließend übernahm er eine Gemeinde in Offenbach und war hier zudem in der Abschiebehaft tätig, bevor er 2003 in den Jugendstrafvollzug nach Wiesbaden wechselte. Jung lebt in Kronberg. In seiner Freizeit singt er gern und fährt leidenschaftlich gern Fahrrad.