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Hospizpfarrerin Volk verabschiedet

Ein Licht in der Dunkelheit

„Mich hat es bei meiner Arbeit als Hospizpfarrerin immer dieses Prophetenwort geleitet: `Es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind`. Ich bin überzeugt, dass es auch in schweren Zeiten Hoffnung gibt.“ Drei Tage vor dem ersten Advent wurde Birgit Volk von Dekan Harald Storch aus dem Dienst als Pfarrerin für die Alten-, Kranken- und Hospizseelsorge im Rahmen eines Gottesdienstes in der Wormser Magnuskirche verabschiedet.

Dekanat WormsPfarrerin Birgit VolkDie scheidende Hopizpfarrerin Birgit Volk

Das Gotteshaus war sehr gut besucht; zahlreiche Wegbegleiter waren gekommen, um sich zu verabschieden. Blumen, kleine Geschenke und vor allem liebe Worte des Dankes erreichten die in wenigen Wochen aus dem Amt Scheidende. 13 Jahre, so erinnert sich Birgit Volk in ihrer bewegenden Predigt, ging es in vielen Begegnungen und Gesprächen immer wieder um die Frage, wie ein würdevoller Abschied aus diesem Leben aussehen kann. Denn, „so vielschichtig wie ein Menschenleben ist, so vielschichtig ist auch das Sterben“. Deshalb gehöre es zu den Grundüberzeugungen der Hospizarbeit, die Einzigartigkeit, Individualität des Sterbenden wahrzunehmen und zu achten.

2006 hat sie mit dieser Aufgabe begonnen; neben ihrem Dienstauftrag als Krankenhauspfarrerin im evangelischen Krankenhaus Hochstift. Damals, so erinnert sie sich, war die Hospizarbeit noch ganz anders aufgestellt als heute;  mit einer hauptamtlichen Koordinatorin mit halber Stelle und etwa 30 ehrenamtlichen Hospizhelferinnen und Helfern, wie die Engagierten seinerzeit genannt wurden. 31 Sterbende und deren Angehörigen wurden in jenem ersten Jahr begleitet, zitierte sie aus der Statistik, welche ferner die Information vorhält, wonach die meisten Begleitungen damals innerstädtisch sowie in den Vororten stattfand. Im rheinhessischen Hügelland war man wenig präsent oder wurde damals vielleicht dort noch nicht so gebraucht, mutmaßt sie. Heute sind gut 70 Ehrenamtliche mit dieser ehrenvollen Aufgabe betraut und die Zahl der Begleitungen beläuft sich auf etwa 200 im Jahr.

Birgit Volk war zudem zuständig für die Ausbildung der Ehrenamtlichen. "Immer wieder war es spannend zu erleben, welche Menschen sich für die Ausbildung interessiert haben und wie schnell Nähe und Vertrautheit in den Ausbildungsgruppen entstanden ist", erinnert sie sich. Auch erwähnte sie sehr deutlich das Spannungsfeld, in welchem dieser Dienst  geschehe. „Wir begleiten Menschen beim Abschied. Wir halten Trauer, Ängste, Mutlosigkeit und manchmal auch Verzweiflung mit ihnen aus und versuchen durch unser Dasein die Hoffnung aufrecht zu erhalten, dass das Sterben nicht das Ende sein muss, sondern etwas Neues beginnen kann.“ Da die Begleiter oft mittendrin in diesem Spannungsfeld mit all seiner Emotionalität stehen und dadurch manchmal an ihre Grenzen kommen, bedürfe es eines Erfahrungsaustauschs ebenso, wie Einzelgesprächen oder gar einer Pause nach dem letzten Einsatz. Der eigene Glaube und die eigene persönlichen Überzeugungen müssen diesen Erfahrungen standhalten können, erklärte sie.

Birgit Volk habe sich dazu entschlossen, andere Wege stärker zu beschreiten, so Dekan Harald Storch, der mit seinen einleitenden Worten die Anwesenden zum Schmunzeln brachte, als er erklärte, dass die Entpflichtung früher mit dem Begriff Entbindung bezeichnet worden sei. „Da wir aber seit Jahrzehnten Pfarrerinnen haben, musste eine weniger missverständliche Formulierung gewählt werden.“  Durch das Beschreiten neuer Wege, werde sie in der Kirchengemeinde Horchheim sehr deutlich ihre Akzente setzen und hoffentlich auch in anderen weiteren gemeindlichen Bereichen, betonte er. Grußworte entsandten Hans Schmitt vom Vorstand des Fördervereins der Hospizhilfe Worms sowie Caritasdirektor Georg Diederich. Beide erinnerten an die sehr gute Zusammenarbeit mit Birgit Volk.

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