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Veränderungsprozesse aktiv gestalten

Frauke Grundmann-Kleiner in Kirchenleitung gewählt

Carolin JendrickeFrauke Grundmann-Kleiner, Diplom-Kauffrau aus Dreieich, gehört ab Januar 2022 als neues ehrenamtliches Mitglied zur Kirchenleitung der EKHN.

Auf ihrer Herbsttagung wählte die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) Frauke Grundmann-Kleiner als neues ehrenamtliches Mitglied in die Kirchenleitung. Bis zur Fusion zum Dekanat Dreieich-Rodgau zu Beginn dieses Jahres fungierte die Diplom-Kauffrau als Präses des Dekanats Dreieich.

Carolin JendrickeElf Jahre lang saß die 54-Jährige der Dreieicher Dekanatssynode vor.

Wegen der Corona-Pandemie tagt das Kirchengremium noch bis kommenden Samstag per Videokonferenz. Bei der Wahl am Donnerstag erhielt die 54-Jährige aus Dreieich 67 von 109 abgegebenen Stimmen und setzte sich damit gegen eine weitere Kandidatin durch. „Ich habe Frauke Grundmann-Kleiner in der Zusammenarbeit stets als äußerst konstruktiv, zielorientiert und mit großer Herzlichkeit empfunden“, sagt Pfarrer Steffen Held, Dekan des Evangelischen Dekanats Dreieich-Rodgau. „Es freut uns alle sehr, dass mit ihr eine so kompetente ehrenamtliche Vertreterin aus einer Gemeinde unseres Dekanats in die Kirchenleitung gewählt wurde.“

Insgesamt 14 Jahre hatte sich Frauke Grundmann-Kleiner im Dekanatssynodalvorstand des Dekanats Dreieich engagiert, elf davon als Vorsitzende der Dekanatssynode und des Vorstands. Besonderen Wert, so die gebürtige Osnabrückerin, habe sie darauf gelegt, Synergien zu nutzen und die Zusammenarbeit der Kirchengemeinden zu fördern. Rückblickend habe sich ihr ökonomischer Background bei der Umsetzung vieler Vorhaben als hilfreich und vielfältig nutzbar erwiesen.

In ihre Amtszeit fiel die Fusion der vier Langener Gemeinden zur derzeit größten Kirchengemeinde der EKHN. Und sie war maßgeblich beteiligt, als 2018 die Trägerschaft für die evangelischen Kitas in Dreieich, Langen und Neu-Isenburg an das Dekanat überging. Als Höhepunkte nennt sie auch die drei Tauffeste, bei denen insgesamt rund 200 Menschen sich selbst oder ihre Kinder im Langener Waldsee taufen ließen. In der jüngeren Vergangenheit hatte die Vorbereitung des Zusammenschlusses mit dem Nachbardekanat Rodgau einen Arbeitsschwerpunkt dargestellt.

„Ich glaube, dass es sinnvoller ist, Veränderungsprozesse aktiv zu gestalten, als sie geschehen zu lassen“, sagte Grundmann-Kleiner in ihrer Vorstellungsrede vor den Synodalen. „Unsere Kirche muss sich verändern, sie muss Schritt halten mit dem Wandel in der Gesellschaft, muss sich auf immer weniger Mitglieder und damit auch immer weniger finanzielle Mittel einstellen. Das tut weh, bietet aber auch Chancen“, so die Dreieicherin. „Wie schaffen wir es, trotz Einsparungen und Fusionen attraktiv zu bleiben? Oder noch attraktiver zu werden? Wie können wir Menschen zeigen, warum sie in der Kirche sind?“ Dazu brauche es gute Ideen, transparente Kommunikation und einen langen Atem.

Die 54-Jährige sieht sich als Teamplayerin und Freundin offener Diskussionen und guter Organisation. „Ich schätze Brainstorming, aber am Ende sollten klare Entscheidungen stehen“, beschreibt sie ihre Vorgehensweise. „Mit ganzem Herzen hänge ich an meiner Kirche, sie gibt mir Halt, Geborgenheit und Trost, wenn ich ihn brauche, und besonders gefällt mir, dass in der Kirche jeder willkommen ist, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Orientierung und Alter“, stellt sie fest. „Deshalb möchte ich die anstehenden, notwendigen Veränderungsprozesse begleiten, möchte mitdenken, für sie werben und Mut machen.“

Zur Person: Frauke Grundmann-Kleiner
Frauke Grundmann-Kleiner, geboren 1967 in Osnabrück, studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Erlangen-Nürnberg. Die Diplom-Kauffrau ist verheiratet und Mutter dreier Kinder in Ausbildung. Seit 20 Jahren wohnt sie mit ihrer Familie in Dreieich, wo sie der Evangelischen Versöhnungsgemeinde Buchschlag-Sprendlingen angehört. In der Gemeinde ist sie ehrenamtlich aktiv und arbeitet seit zehn Jahren zudem im Pfarrbüro. Von 2007 bis zum Jahresbeginn 2021 gehörte sie dem Dreieicher Dekanatssynodalvorstand an, die letzten elf Jahre fungierte sie als Präses der . Im September begann sie eine Ausbildung zum Lektorinnendienst.

Die Kirchenleitung der EKHN: Geistliche und rechtliche Führung

Zur Kirchenleitung gehören Kirchenpräsident Volker Jung als Vorsitzender, seine Stellvertreterin Ulrike Scherf, der Leiter der Kirchenverwaltung Heinz Thomas Striegler, die fünf Pröpstinnen und Pröpste, zwei Mitglieder des Kirchensynodalvorstands. Der Kirchenordnung nach können bis zu vier Personen aus der Gemeinde an den Sitzungen der Kirchenleitung teilnehmen. Diese Zahl wurde aktuell nicht ausgeschöpft. Beratend nehmen die Dezernentinnen und Dezernenten der Kirchenverwaltung und der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks an den Sitzungen sowie als ständiger Gast Präses Dr. Ulrich Oelschläger teil. Die Kirchenleitung tritt in der Regel alle vier Wochen zusammen. Neben ihrer Leitungsverantwortung hat sie die Aufgabe die Entscheidungen der Synode vorzubereiten, die das maßgebende Organ der geistlichen und rechtlichen Leitung in der EKHN ist und in der Regel zwei Mal im Jahr zusammentritt.

Hintergrund Synode: Das „maßgebende Organ“

Die Synode ist gemäß der Kirchenordnung das „maßgebende Organ“ der hessen-nassauischen Kirche. Die EKHN hat rund 1,4 Millionen Mitglieder. Sie erstreckt sich auf ein Gebiet zwischen Biedenkopf und Neckarsteinach. Zu ihr gehören auch Regionen in Rheinland-Pfalz. Aktuell hat die Synode 140 Sitze. Die gewählten Delegierten arbeiten ehrenamtlich in dem mit einem Parlament vergleichbaren Kirchengremium. Es erlässt Gesetze, besetzt durch Wahl die wichtigsten Leitungsämter und beschließt den Haushalt. Gewöhnlich tritt die Synode zwei Mal im Jahr in Frankfurt am Main zusammen. Als das maßgebende Organ geistlicher und rechtlicher Leitung trifft sie auch wichtige kirchenpolitische Entscheidungen. Ausschüsse und regionale Arbeitsgruppen bereiten sie vor. Geleitet wird die Synode vom Kirchensynodalvorstand mit einem oder einer Präses. Gemäß Kirchenordnung sollen möglichst zwei Drittel der gewählten Synodalen nichtordinierte Gemeindemitglieder sein, ein Drittel Pfarrerinnen und Pfarrer.

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