Gedanken zur Jahreslosung 2026 von Kirchenpräsidentin Prof. Dr. Christiane Tietz
„Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“
28.11.2025
drk-rgw
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Sie stammt aus dem 21. Kapitel der Johannesoffenbarung. Der Seher, der in ihr spricht, sieht eine ganz andere Zukunft. Sie wird dereinst von Gott kommen.
Diese Zukunft ist kein Moment im Kreislauf des Lebens, so wie in jedem Frühling der Mai „alles neu macht“. Das Neue von Gott ist endgültig. Gott wird unter den Menschen zelten, steht kurz vor dem Vers der Jahreslosung. Diese Nähe Gottes wird alles anders machen. Gott wird Alpha und Omega sein, Ursprung und Ziel der Welt, heißt es dann weiter. Alles, worin die Welt sich von Gott entfernt hat, wo sie menschenfeindlich und widergöttlich war, wird ein Ende haben. Menschen werden ihre Freiheit nicht mehr missbrauchen. Zärtlichkeit atmet das Bild, das im Vers direkt vor der Jahreslosung steht: Gott wird jede Träne, die Menschen geweint haben, abwischen. Gott nimmt die Menschen, die Tränen geweint haben, wahr und tröstet sie. Es wird keine neuen Tränen des Leides mehr geben. Endlich wird alles Leid vorbei sein.
Der Glaube an diesen Gott gibt Kraft, gegen das Leid in dieser Welt zu protestieren. Er findet sich mit den Zuständen nicht ab. Als Kirche können wir nicht alles so neu machen, wie Gott es kann. Menschen werden weiter Dinge erleben, die sie Tränen des Leides weinen lassen. Aber wir können darauf hinarbeiten, dass dies möglichst selten der Fall ist: Wir setzen uns für gerechte Lebensbedingungen für alle ein. In sozialen Projekten von Kirche und Diakonie werden Menschen in schwierigen Lebensphasen unterstützt. Sie bekommen die Chance für einen Neuanfang in Ausbildung oder Beruf. In Trauercafés oder in der Seelsorge finden Menschen ein offenes Ohr für das, was sie traurig macht. So können sie auch jetzt schon die Erfahrung machen, dass sie in ihrem Leid wahrgenommen werden, und manche Tränen trocknen.
Ich wünsche Ihnen ein neues Jahr voller Trost, Hoffnung und Segen,
Ihre Christiane Tietz
