Dr. Christiane Tietz besucht Gymnasium und Kirchengemeindeteam
Kirchenpräsidentin der EKHN im Westerwald
shg
Kirchenpräsidentin Tietz hört interessiert zu. (v.l. Pfarrer Carsten Schmitt, Wilfried Kehr, Leiter des Diakonischen Werks Westerwald)
13.02.2026
shgo
Artikel:
Download PDF
Drucken
Teilen
Schulleiter Dirk Weigand, Geschäftsführer René Roos, Vertreterinnen und Vertreter des Kollegiums und der Schülerschaft hießen die Kirchenpräsidentin und Oberkirchenrat Stefan Knöll, den Leiter des Referats Schule und Religionsunterricht der EKHN, willkommen, zeigten in einem Rundgang die Räumlichkeiten der Schule und kamen über das Konzept des Gymnasiums ins Gespräch.
Wertekompass und persönliche Entwicklung
Der Schulleiter betonte den Wertekompass der Schule, der Schüler in ihrer individuellen Persönlichkeitsentwicklung stärken und Raum für religiöse Erfahrungen bieten wolle. So bietet die Schule wöchentliche Andachten zum Schulschluss am Freitagmittag und ein diakonisches Praktikum in der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe an. Geschäftsführer Roos betonte die Leuchtturmposition des Gymnasiums in Bad Marienberg, die Schülerinnen und Schülern aus den umliegenden Orten die Hochschulreife ermöglicht; regelmäßig müsse aus Platzgründen per Los entschieden werden, wer aufgenommen werden könne.
Ganztagsschulkonzept wurde thematisiert
Dr. Tietz zeigte sich besonders interessiert am Konzept der Ganztagsschule, die nachmittags sowohl Förderunterricht als auch sportliche, musikalische und kreative Programme anbietet. In einem ausgeklügelten Stundenplan können Schülerinnen und Schüler oft spontan entscheiden, welche Art von Angebot sie an den Nachmittagen brauchen werden. Besondere Erfolge feiert das Gymnasium mit seinen Gruppen in den Bereichen technische Entwicklung und Forschung sowie musikalischen Projekten. Ein Besuch in der AG der Bläserklasse mit rund dreißig jungen Musikerinnen und Musikern machte sichtlich Eindruck auf die Kirchenpräsidentin. Sie zog ein durchweg positives Resümee ihres Besuchs am Gymnasium: “Ich finde es sehr eindrucksvoll, dass Sie in Ihrem Konzept den ganzen Menschen wahrnehmen, so dass die Schülerinnen und Schüler sich schon jetzt in vielen Bereichen engagiert zeigen und gut in der Gesellschaft agieren. Sie geben den jungen Menschen Kraft, um ins Leben hinauszugehen“, sagte Dr. Tietz an das Schulteam gewandt.
Verkündigungsteam stellt Arbeitsfelder vor
Im Anschluss nahm die Kirchenpräsidentin eine Einladung in das Evangelische Gemeindehaus in Höhr-Grenzhausen an. Dort berichtete das dortige Verkündigungsteam der Kirchengemeinde Westerwald-Süd, das aus Pfarrpersonen, Kirchenmusikern und Gemeindepädagogen besteht, von seiner Arbeit. Die Gemeinde besteht seit dem 1.1.2026 aus den ehemaligen Kirchengemeinden Neuhäusel, Montabaur, Wirges, Alsbach, Ransbach-Baumbach-Hilgert und Höhr-Grenzhausen. Als eines der altersmäßig jüngsten Verkündigungsteams der Landeskirche haben die Teammitglieder gemeindeübergreifende Arbeitsfelder gebildet. „Wir haben uns zunächst gefragt: Was kann ich gut?“ Da kann ich mich vertiefen und andere Bereiche anderen überlassen“, berichtete Pfarrer Marcel Kehr. Er selbst deckt viele technische, finanzielle und verwaltende Aufgaben für alle ab; sodass Pfarrerin Ricarda Bosse sich schwerpunktmäßig auf die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden konzentrieren kann, während Pfarrerin Sylvia vom Holt Zeit gewinnt, um Angebote für Erwachsene anzustoßen und Zusammenarbeit in der Ökumene zu gestalten. Den Fokus auf die Beziehungen zu den Gemeindegliedern, die durch die Aufteilung gefördert werde und die Auflösung von Doppelstrukturen, benennt das Team als Gewinn für die gemeinsame Arbeit.
Weitere Themen: GÜT und Diakonie
Zum gleichen Termin hatte Dr. Tietz auch Gelegenheit einen Einblick in die Arbeit der Gemeindeübergreifenden Trägerschaft (GÜT) der 12 Evangelischen Kindertagesstätten im Westerwald zu bekommen. Pfarrer Maic Zimmermann stellte die organisatorischen Vorteile und die Herausforderungen der GÜT vor, die im Westerwald an die Kirchengemeinde Westerwald Süd und nicht, wie sonst oft, an das Dekanat angeschlossen ist. Zum Abschluss des Treffens mit Kirchenpräsidentin Dr. Tietz in Höhr-Grenzhausen berichtete Wilfried Kehr als Leiter von den vielfältigen und, aus vielen Programmen geförderten, Angeboten des regionalen Diakonischen Westerwald. Dazu zählen Sucht- und Drogenberatung, Paar- und Erziehungsberatung, Schuldner- und Insolvenzberatung sowie Unterstützung für Menschen mit Migrationserfahrung oder psychischer Erkrankung. Außerdem gibt es Angebote zur beruflichen Inklusion, ergänzende unabhängige Teilhabeberatung für Menschen mit Behinderungen und Projekte wie die Tafel Westerwald oder „Housing First“ für Wohnungslose. Er betonte die seit vielen Jahren enge und fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Dekanat Westerwald, in deren Rahmen gemeinsame Projekte umgesetzt werden können.
Zum Hintergrund:
Prof. Dr. Christiane Tietz ist seit rund einem Jahr Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) mit Sitz in Darmstadt. Die EKHN hat ca. 1,2 Millionen Mitglieder. In ihrem ersten Jahr hat sie fast alle Dekanate der Landeskirche mindestens einmal besucht.




