Taizé:
Spiritualität zum Ankommen
© Sandra Hirschke, Fundus Medien
Spiritualität in Taizé erleben
09.01.2026
pwb
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veröffentlicht 05.01.2026
von Traudi Schlitt, Online-Redaktion der EKHN
Wer einmal nach Taizé fährt, kommt verändert zurück. Viele junge Menschen erzählen, dass die Tage dort sie ein Leben lang prägen – gerade in Zeiten, in denen alles unsicher wirkt. In Taizé erlebst du, wie Hoffnung wieder in dir wachsen kann: durch intensive Gespräche, stille Momente, starke Gemeinschaft und Glaubenserfahrungen, die du nicht vergisst.
Darum geht es in der Gemeinschaft von Taizé
Taizé liegt im französischen Burgund und ist der Sitz der „Communauté von Taizé“, einer christlichen, ökumenischen Gemeinschaft. Jedes Jahr treffen sich dort Jugendliche aus vielen Ländern, um eine Woche lang zur Ruhe zu kommen, ihren Glauben zu teilen und neue Perspektiven zu finden. Du kannst in Stille in dich gehen, an Bibeleinführungen teilnehmen, beten und in die bekannten Taizé‑Gesänge einstimmen. Und falls du nicht nach Frankreich fahren kannst, findest du auch in Hessen‑Nassau zahlreiche Taizé‑Gottesdienste.
Sehnsucht nach Spiritualität findet Momente der Erfüllung
Die Gemeinschaft von Taizé spricht eine Sehnsucht an, die viele junge Menschen heute spüren: nach Spiritualität, Verbindung und einem Ort, an dem du einfach sein darfst. Ein Teilnehmer beschreibt es so: „Meistens bleibe ich bis zwei Uhr nachts noch in der Kirche und höre den Gesängen zu. Es ist unglaublich beruhigend – hier kann ich meinen Glauben und meine Bindung zu Gott stärken.“
Meditative Taizé-Gesänge
Die mehrsprachigen Gesänge gehören zu den drei täglichen Gebeten. Sie sind leicht zu lernen, meditativ und berühren dich. Deshalb haben sie sich weltweit verbreitet – und viele findest du sogar im Evangelischen Gesangbuch der EKHN und im EG plus, zum Beispiel:
- Lobsingt, ihr Völker alle / Laudate omnes gentes, EG 181.6
- Bless the lord, EG plus 98
- Meine Hoffnung und meine Freude, EG plus 109
- Freuet euch im Herrn! EG 789.3
- Kyrie eleison, EG 789.6
- Bleib mit deiner Gnade bei uns, EG 789.7
Organisatorisches rund um Taizé
Die meisten Jugendlichen fahren im Rahmen einer Gruppenfahrt nach Taizé – organisiert von evangelischen oder katholischen Gemeinden, der Dekanatsjugend oder Jugendreferent:innen in deiner Region. Schau einfach auf den Websites deiner Kirchengemeinde oder deines Dekanats vorbei. Du kannst dich aber auch individuell direkt über die Website der Communauté anmelden.
Unterkunft und Essen orientieren sich am Notwendigen. Viele berichten: „Das Essen ist zwar sehr einfach gehalten und sieht wenig aus, aber meistens ist es dann viel zu viel.“ Markus aus Alsfeld erzählt: „Ich bin überrascht, mit wie wenig Besitz und Komfort man auskommen kann – und man ist trotzdem glücklich.“
- Morgengebet
- Frühstück
- Bibeleinführung mit einem Bruder oder einer Schwester
- Austausch in Kleingruppen
- Mittagessen
- Gesangsprobe
- Praktische Tätigkeiten oder Workshops zu Glauben und Gesellschaft
- Abendessen
- Gebet für den Frieden
- Abendgebet mit Gesängen
Ein kurzer Blick in die Geschichte
Dass sich Taizé in Frankreich zu einem besonderen Ort entwickeln würde, hatte sich bereits mitten im Zweiten Weltkrieg 1940 entschieden, als Roger Schutz, Sohn eines reformierten Pfarrers, dort Flüchtlinge aufnahm. Später musste Roger Schutz selbst fliehen und kehrte 1944 mit mehreren Brüdern nach Taizé zurück. Aus dieser kleinen Initiative wuchs eine internationale Gemeinschaft, die bis heute Menschen aus aller Welt verbindet. Seit den 1960er‑Jahren finden regelmäßig Jugendtreffen statt. Die Gemeinschaft setzt sich außerdem kritisch mit ihrer eigenen Geschichte auseinander und arbeitet Missbrauchsfälle auf, um Schutz und Transparenz zu stärken. Seit 2023 leitet Frère Matthew die Communauté.
