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Verstehen was die Quarantäne kostet

Pfarrer Christian Brost, Ev. Kirchengemeinde Friedberg-Fauerbach

Pünktlich zum Beginn des Lockdown bin ich krank geworden. Erkältungssymptome. Also habe ich brav beim Hausarzt angerufen. Das Ergebnis: Krankschreibung. Und die Empfehlung, zwei Wochen zuhause zu bleiben. Sicher ist sicher.
Das schaffst du locker denke ich mir. Du bist gut erreichbar. Du hast alles, was du brauchst. Und das mit dem Einkaufen ist auch geregelt.
Die Tage vergehen. Ich werde wieder gesund. Jetzt spüre ich so, was die Quarantäne mit mir macht. Wie sehr sie mich – gerade als jungen Menschen – einschränkt. Langsam beginne ich zu verstehen, wie das erst im Alter sein muss. Dauerhaft eingeschränkt. Immer weniger können. Nicht nur temporär. Und was es persönlich kostet, andere um Hilfe zu bitten.
Trotzdem tut genau das jetzt für Angehörige der Risikogruppen Not: Sie müssen über den Schatten springen und Hilfe annehmen. Zum Glück gibt es jetzt viele, die das gerne tun. Die helfen. Die unterstützen und solidarisch sind. Darum mein Aufruf an die Älteren: Springt über euren Schatten und lasst euch helfen! Und mein Aufruf an die Jüngeren: Macht weiter so! Nicht nur jetzt in der Krise. Sondern auch danach.

Pfarrer Christian Brost, Kirchengemeinde Fauerbach-Ossenheim

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