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„Die Zeit ist überreif zum Handeln“

Evangelische Kirche stellt sich beim Lärmprotest hinter Bürgerinitiativen

Foto: Roger TöpelmannPropst Rink (Mitte), rechts die Staatssekretärin im Hessischen  Sozialministerium Petra Müller-KlepperPropst Rink (Mitte), rechts die Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium Petra Müller-Klepper

Bei einer Demonstration mehrerer Bürgerinitiativen gegen Bahnlärm in Bonn am 28. April hat der Wiesbadener Propst Dr. Sigurd Rink sich für eine nachhaltige Bewahrung der Schöpfung ausgesprochen.

Foto: Roger TöpelmannPropst Rink bei seiner Rede zum Bahnlärm auf dem Bonner MarktplatzPropst Rink bei seiner Rede zum Bahnlärm auf dem Bonner Marktplatz

Der Kirchenvertreter der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) forderte, der Bundesverkehrswegeplan müsse an die Anforderungen des 21. Jahrhunderts angepasst werden und solle den ordnungspolitischen Rahmen für einen zukünftigen, leisen Bahnverkehr aufzeigen. Die betroffenen Bürger an der sogenannten Rheinschiene müssten kurzfristig eine spürbare Entlastung erfahren. „Die Zeit ist überreif zum Handeln“, rief der Redner den nach Veranstalterangaben 1000 Demonstrierenden auf dem Bonner Marktplatz zu. Konkret forderte Rink von der Deutsche Bahn AG neue Waggons im Güterverkehr einzusetzen und die alten umzurüsten. Auf dem deutschen Schienennetz sollen etwa 180.000 Güterwaggons verkehren.

Aus dem hessen-nassauischen Kirchengebiet am Rhein zwischen Wiesbaden und Lahnstein, für das der zur Kirchenleitung der EKHN gehörende Propst Verantwortung trägt, berichtete Rink, ratterten pro Nacht etwa 100 Güterzüge mit 100 Dezibel am Fluss entlang und durch die Ortskerne. Für immer mehr Menschen sei der Bahnlärm Grund wegzuziehen.  In Kaub am Mittelrhein nehme die Bevölkerung immer weiter ab. Vor Jahren seien es 2500 Einwohner gewesen, heute seien es noch 900. Rink setzte sich für ein Verursacherprinzip bei den Lärmemissionen ein wie es auch bei verschmutzten Gewässern herrsche.  

Als Christ setze er sich für Gerechtigkeit ein. Das bedeute, allen Menschen gute Lebensbedingungen zu verschaffen. Im verlärmten Rheintal hätten die seit Generationen dort ansässigen Menschen ein Recht darauf, wohnen bleiben zu dürfen. An den Bahntrassen links und rechts des Rheins lebende Kinder würden aber nicht nach ihrer dortigen Zukunft gefragt, und die Älteren hätten oft nicht einmal die Möglichkeit wegzuziehen.  „Ich schließe mich den Forderungen der Bürgerinitiativen an“ bekannte Rink.

In der Bundesstadt Bonn hatten sich neun Bürgerinitiativen (BI), unter anderen BIN gegen Bahnlärm, die BI Weißenthurm, BI Mittelrheintal und BI Pro Rheintal versammelt. Der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch (SPD) nannte die Politik der Bahn „menschenverachtend“, sie werde zudem von der Bundesregierung geduldet. „Wir werden dafür sorgen, dass die Bundestagswahl 2013 im Rheintal entschieden wird“, sagte er zu dem von ihm erhofften Politikwechsel. Seitens der Landkreise sprach Landrat Frithjof Kühn (Rhein-Sieg-Kreis), für die BI’s Franz Breitenbach und Gerd Kirchhoff (Bad Hönningen). 

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