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Synodentagung

Kirchenpräsident will künftig einfachere Verwaltungsverfahren bei Finanzen

Esther StoschGeld und KircheGeld und Kirche

Falsche Zuordnungen von Buchungen sorgen für Probleme in Hessen-Nassau. Das gab Kirchenpräsident Volker Jung vor der Frühjahrssynode bekannt. Wie kam es dazu und was wird aktuell unternommen?

Die Umstellung von der jahrzehntelang gebräuchlichen klassischen Buchführungsmethode in Verwaltungen (Kameralistik) auf die zeitgemäße kaufmännische Buchführung (Doppik) sollte in der hessen-nassauischen Kirche eigentlich finanzielle Verwaltungs-Vorgänge einfacher, schneller und übersichtlicher machen. Bevor die angestrebte Vereinfachung jedoch funktioniert, muss der gesamte Buchungsstoff zunächst elektronisch passend aufbereitet und in neue Computer-Programme übertragen sein. Genau hier knirscht es bei der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) seit Beginn der Umstellung vor acht Jahren bis heute. So sind beispielsweise Gehälter nach aktuellem Kenntnisstand immer exakt ausgezahlt und auch Rechnungen korrekt beglichen worden. Die Daten wurden aber intern in sehr großem Umfang nicht zugeordnet oder nur als vorläufig verbucht. Die Probleme betreffen hauptsächlich die Regionalverwaltungen. 

 

Buchungsprobleme aufarbeiten

Vor der in Frankfurt tagenden Synode erklärte Kirchenpräsident Volker Jung am Donnerstag, Maßnahmen zur Aufarbeitung der Vorgänge voranzutreiben. Kirchenleitung, Kirchenverwaltung, Regionalverwaltungen und Rechnungsprüfungsamt sind sich einig: Die Buchungsrückstände müssen schnellstmöglich behoben werden. Unter anderem soll eine Expertengruppe eingesetzt werden. Finanzdezernent Thorsten Hinte erläuterte, dass in ersten Schritten bereits einige technische Fehler behoben und das gemeinsame Liquiditätsmanagement von Regionalverwaltungen und der EKHN vereinfacht wurde. Bis alle Buchungen auf dem korrekten Stand sind, könne es aber noch mindestens zwölf Monate dauern. Die gute Nachricht: Es gibt bislang keinerlei Hinweise auf Unregelmäßigkeiten im Zahlungsverkehr.

 

Synode will genaue Berichterstattung  

Die Gründe für den hohen Umfang an nicht abschließend gebuchten Transaktionen haben sich nach einer aktuellen Analyse angehäuft: nicht kompatible Programme, fehlende Programmierungen Wartezeiten auf externe Dienstleister, Arbeitserschwernisse in der Corona-Pandemie und Personalengpässe. Der Kirchenpräsident merkte an, man habe auch in dem Wunsch nach der Abbildung zu vieler Details der komplexen kirchenspezifischen Sachverhalte an der Schnittstelle zwischen Regionalverwaltungen und Gesamtkirche die neue Buchhaltung an ihre Grenzen gebracht. Folgerichtig müsse eine gemeinsame zentrale Aufgabe sein, so der Kirchenpräsident, die Komplexität aus der Organisation der internen Finanzflüsse zu nehmen und Verwaltungsverfahren künftig zu vereinfachen. Die Synode forderte die Kirchenleitung in einem Beschluss auf, künftig über den Fortgang der Aufarbeitung detailliert zu berichten.

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